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Über uns

Das Projekt

Die Neue Schubert-Ausgabe versteht sich als kritische Gesamtausgabe, die auch der musikalischen Praxis dienen möchte. Diese doppelte Ausrichtung nimmt sie besonders ernst, auch im Sinne einer gesellschaftlichen und kulturellen Verantwortung.
„Kritische Edition“ bedeutet, dass die Neue Schubert-Ausgabe sämtlichen erreichbaren Quellen nachgeht und nicht nur ihre Varianten dokumentiert, sondern auch versucht den Entstehungsprozess eines Werkes nachzuzeichnen. Dieser kann sich entweder in einem einzigen Autograph spiegeln (in verschiedenen Schreibschichten und Korrekturen) oder in mehreren Quellen (Autographen, Abschriften, Drucken), die unterschiedliche Fassungen einer Komposition überliefern.
Als „offene Ausgabe“ gibt die Neue Schubert-Ausgabe unterschiedliche Fassungen je nach Bedeutung und Umfang als Alternativen zum Haupttext wieder (ossia-Systeme), erwähnt sie in Fußnoten oder druckt sie vollständig ab. Um heutigen Interpreten die Möglichkeit zu geben, Veränderungen und Verzierungen, die zu Schuberts Zeit üblich waren, zu studieren und zu erproben, werden verzierte Fassungen und für den Vortrag eingerichtete Kompositionen in den Anhang der Notenbände aufgenommen, sofern sie aus Schuberts Umkreis stammen und von Schubert – zumindest mutmaßlich – autorisiert sind.

Kritischer Kommentar

Das Konzept einer kritischen Edition, die nicht nur eine Quelle getreu reproduziert, sondern das Gemeinte wiederzugeben sucht, erfordert Eingriffe (im Sinne von Verdeutlichungen) der Herausgeberinnen und Herausgeber, die sich bisweilen im Notentext nicht kenntlich machen lassen. Wendet sich eine Ausgabe auch unmittelbar an die Praxis, sind solche Maßnahmen nicht allein im separat gedruckten Kritischen Bericht, sondern im Notenband selbst als „Quellen und Lesarten“ aufzuführen und zu begründen. Damit ist den Ausführenden die Möglichkeit gegeben, sich auch anders als die Herausgeber zu entscheiden. Ferner informieren die „Quellen und Lesarten“ über Fragen der Textgenese (Schuberts Korrekturen) und bieten eine kurz gefasste Quellenbeschreibung sowie die Ergebnisse der Filiation.
Der Praxis dienen möchte die Ausgabe auch durch Hinweise auf „Spielregeln“ für die Ausführung der Notenschrift der Schubertzeit, die im Notentext selbst bzw. als Fußnoten oder als Bemerkungen im Anhang „Quellen und Lesarten“ mitgeteilt werden. Ein ausführliches Vorwort zu jedem Band bietet Angaben zur Entstehungsgeschichte eines Werkes, aber auch Hinweise zur Aufführungspraxis und zur Charakterisierung einzelner Fassungen (erste Niederschrift, Überarbeitung für eine bestimmte Aufführung unter besonderen Bedingungen, Revision für den an ein breiteres Publikum gerichteten Druck). Der separat erscheinende Kritische Bericht enthält eine detaillierte Beschreibung der Quellen, Quellenstemmata und deren Begründung sowie Hinweise zur Provenienz der Quellen; schließlich ergänzt er die Angaben in den „Quellen und Lesarten“ hinsichtlich weniger bedeutsamer Korrekturen, Lesarten und Eingriffe.

Gliederung

Die Neue Schubert-Ausgabe ist nach Gattungen gegliedert und innerhalb der Gattungen in der Regel chronologisch geordnet (siehe Disposition).
Eine Ausnahme hiervon machen die Lieder. Hier werden die zu Schuberts Lebzeiten erschienenen Opera, das heißt etwa ein Drittel aller seiner Lieder, zum erstenmal seit den Erstausgaben wieder in der Anordnung wiedergegeben, die der Komponist selbst gewählt hat. Denn entgegen einer verbreiteten Ansicht sind diese Opera nicht willkürlich, sondern nach klar erkennbaren Prinzipien zusammengestellt. Siehe dazu Walther Dürr: Die Lieder-Serie der Neuen Schubert-Ausgabe. Zu Schuberts Ordnung eigener Lieder, in: Musica 40 (1986), S. 28–30.

Editionsrichtlinien

Zusammen mit den ersten Bänden wurden die Editionsrichtlinien der Neuen Schubert-Ausgabe erarbeitet. Sie liegen heute in einer aktualisierten 6. Fassung (Tübingen 2008, Download siehe unten) vor.

Eine ältere Fassung ist gedruckt erschienen in: Editionsrichtlinien Musik, im Auftrag der Fachgruppe Freie Forschungsinstitute in der Gesellschaft für Musikforschung herausgegeben von Bernhard R. Appel und Joachim Veit, Kassel 2000 (= Musikwissenschaftliche Arbeiten Bd. 30), S. 287–304.